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gegen den zeitgeist
Veröffentlicht: 17.06.2026

„The Kids Aren´t Alright“ heißt ein Song der Punk-Formation „The Offspring“ aus dem Jahr 1998. Im Text geht es um eine desillusionierte Arbeiterjugend, die an den Härten des Erwachsenwerdens zerbricht. Heute sind es die Kids der Mittel- und Oberschichten, die „nicht in Ordnung sind“, aber auf eine völlig andere Weise. Sie sind wohlstandsverwahrloste Ego-Wesen, die einen postmodernen Sozialismus propagieren, den sie auf Kosten der bildungsfernen und unterprivilegierten Milieus errichten wollen. 

Der Leitartikel des „Economist“ vom 6. Juni 2026 ist alarmierend. Er beschreibt die Generation Z als Ego-Generation, die alle Ideale der 2010er Jahre und der beginnenden 2020er Jahre über Bord geworfen hat und nur mehr auf den eigenen Vorteil fokussiert ist. Der Klimawandel und der Antirassismus, die zentralen Themen der Jugendbewegungen ab dem Beginn des neuen Jahrtausends, sind zum oberflächlichen konformistischen Geschwätz degeneriert. Wie das Glaubensbekenntnis in den katholischen Kirchen wird die Sorge um das Klima geistesabwesend heruntergebetet und gleich danach durch eine klimaschädliche hedonistische Lebenspraxis ad absurdum geführt. Bei den pseudoreligiösen Zusammenkünften am Montag, wird der Klimawandel und der Rassismus emphatisch rhetorisch bekämpft, am Mittwoch sitzt man schon im Flugzeug nach Dubai, wo man sich vom bis aufs Blut ausgebeuteten Hotelpersonal aus Sri Lanka bedienen lässt. Für die Wohlstandskinder ist Politik nur ein Spiel mit Abstraktionen, die die Realität ihres eigenen Lebens nicht einmal peripher berühren. Moral ist etwas, dass man selbst nicht hat, aber von den anderen in Permanenz einfordert.

Der Staat als allmächtiger Versorgungs-Gott