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gegen den zeitgeist
Veröffentlicht: 16.01.2026

Nach der Sendung "Exxpress live" vom heutigen Morgen bekomme ich tonnenweise Beschimpfungen unter der Gürtellinie zugestellt. Mein Verbrechen war, dass ich offen gesagt habe, dass ich den Pilnacek-U-Ausschuss für einen Schmarren halte. Deshalb wird mir nun vorgeworfen, ich würde von der ÖVP und/oder vom Mossad bezahlt werden und eine Art Prozess gemacht. Ich wurde schon oft vor politische Tribunale gezerrt, ich bin das also gewohnt und es kommt für mich auch nicht überraschend, weil das Tribunal zur Politik gehört, wie der Schwanz zum Hund und die Fettleibigkeit zu Amerika.  

Ein ehrliches Wort, mir gehen in der Zwischenzeit sowohl rechte als auch linke Hysteriker auf die Nerven. Ich bin aus der SPÖ ausgetreten, weil ich einer Partei, die den Islam hofiert, wirtschaftspolitisch totalitäre Ideen aus dem 19. Jahrhundert propagiert und das Land bedenkenlos mit kulturfremden Flüchtlingen vollstopft, nicht mehr angehören wollte. Ich habe nach diesem Austritt absolut keine Lust dazu, der nächsten Zwangsvereinigung anheim zu fallen, die mich unter totalitäre Oberaufsicht zu stellen versucht. Die Erwartung, die manche Menschen an mich haben, sind das eine, was ich selbst will und denke, ist oft etwas ganz anderes. Ich bin ein unabhängiges Individuum und ich will mein restliches Leben keiner "Bekenntnisgemeinschaft" mehr angehören. Was ich sage und vertrete, ist ausschließlich meine eigene, authentische Meinung. Und was diese betrifft, bin ich nicht käuflich und völlig kompromisslos. Wenn ich am Abend nach Hause komme, zu Frau und Kindern, will ich das täglich als respektable Person tun und nicht als Arschloch. Wer mir Käuflichkeit unterstellt, schließt offensichtlich von der eigenen moralischen Verkommenheit auf andere. Aber ein verkommener Opportunist bin ich nicht, auch wenn ich sonst über eine Fülle von schlechten Eigenschaften verfüge. Auf manche von ihnen bin ich sogar stolz. Zum Beispiel, dass ich misanthropisch, nicht manierlich, ja geradezu ungehobelt bin. 

Ich überlege mir meine Positionen täglich recht genau. Und dann vertrete ich sie. Außer meiner Frau redet mir da keiner drein. Ich lasse mich nicht bezahlen und ich habe mich niemals bezahlen lassen. Und ich lache, wann immer es mir passt. Und wenn ich will, dann lache ich auch über ein paar Abgeordnete, die ein Uferstück in Donaunähe in Augenschein nehmen. Und ich lache nicht darüber, weil mich dafür die ÖVP oder der Mossad bezahlt, sondern weil ich diese Aktion tatsächlich als absolut lächerlich empfinde. Gleichzeitig erlaube ich mir auch zu sagen, dass ich einen Parlamentarismus als lächerlich empfinde, der vor dem Hintergrund der tiefsten Wirtschaftskrise der zweiten Republik Abgeordnete zu einem Spaziergang in die Donauauen entsendet, weil ein verwirrter Ex-Grüner, der sein ganzes Leben allen Leuten, die ich kenne, durch seinen Egozentrismus auf die Nerven gegangen ist, ein Verschwörungsbücherl auf den Markt gebracht hat. 

Genauso wie ich das Billigstromgesetz und die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel für lächerliche Symbolpolitik halte, halte ich auch diesen U-Ausschuss für eine unfreiwillige Stand-up-Comedy. Wem das nicht gefällt, dem soll es missfallen, wem das nicht passt, dem soll es nicht passen. Mir ist das scheißegal. Ich haben jedenfalls nicht vor, meine kurze Zukunft als Pausenclown irgendwelcher "säkularen Religionsgemeinschaften" zu verbringen. Ich habe 45 Jahre meines Lebens in der SPÖ, der (S)innlosen Partei Österreichs, verbracht, meine halbe Jugend unter Kleingeistern, gesinnungslosen Karrieristen oder verbohrten Dogmatikern gelebt und damit vertan. Ich war selbst ein verbohrter Dogmatiker und kann mich, wenn ich auf meine SPÖ-Zeit zurückblicke, mit meinem damaligen Ich überhaupt nicht identifizieren. Was würde ich dafür geben, würde man mir diese verlorene Zeit heute zurückgegeben, und ich wäre nie gewesen, was ich damals war. 

Aus diesem Grund bin ich, wie ich heute bin, überhaupt nicht mehr anfällig für Gemeinschaftskonstruktionen, die mir Selbstverzicht abverlangen wollen. Jetzt im fortgeschrittenen Alter habe ich nicht vor, mich in die Hände des nächsten toleranzvergessenen Dogmatikerschwarms zu begeben. Wer mir hier folgt, wer meine TV-Auftritte verfolgt, wer meine Artikel liest, der folgt einem unabhängigen Menschen, der sich von niemanden ans Gängelband nehmen lässt. Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: mich langweilen parlamentarische Inszenierungen wie Untersuchungsausschüsse grenzenlos, und ich kann die Rollenspiele der dort auftretenden unbegabten Laienschauspieler nicht ertragen. Wer diese Meinung nicht aushält, der kann gerne gehen. Es kostet nur den Augenblick eines Knopfdruckes und schon bin ich entfolgt, gelöscht, aus dem Gesichtsfeld verschwunden. Wer glaubt, dass ich nach 45 Jahren SPÖ noch ein zweites Mal meine Unabhängigkeit aufgebe, um mich irgendeiner Gruppenräson zu unterwerfen, der hat sich in mir getäuscht. Ich will die letzten Jahre meines Lebens in Freiheit und Unabhängigkeit verbringen. Danke für die Aufmerksamkeit.