Das einjährige Regierungsjubiläum im österreichischen Staatsfunk
Die letzte Woche stand ganz im Zeichen von Herbert Kickl und der FPÖ. Herbert Kickl ist längst zum Gravitationszentrum der österreichischen Politik geworden. Während die Propaganda-Sendung des ORF zum einjährigen Jubiläum der Verliererkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos nur einen bescheidenen Marktanteil von 15 % erreichte, mobilisierte die Replik von Herbert Kickl auf die Selbstbeweihräucherung der Altparteien 27 % der TV-Konsumenten. Eine Rekordmarke. In absoluten Zahlen: Sahen die propagandistische Selbstdarstellung der Regierungsparteien magere 375.000 Österreicher, so konnte Herbert Kickl 523.000 Seher an den Bildschirm locken, um 148.000 mehr. Die anschließende „Expertenrunde“ wollten gar nur mehr 276.000 Menschen sehen. Verständlich, dass sich für die übliche FPÖ-feindliche „Einordnung“ der Aussagen Herbert Kickls nur wenige Bürger interessieren. Jedenfalls zeigen die erhobenen TV-Quoten, dass immer mehr Österreicher hinter der FPÖ stehen, die ja auch die Umfragen dominiert und mit 36 % weit vor den abgestürzten früheren Großparteien SPÖ und ÖVP liegt, die es gerade einmal auf jeweils 19 Prozent bringen. SPÖ und ÖVP befinden sich in einem synchronisierten Paarlauf zur Endstation ihrer Geschichte. Die SPÖ ist dorthin unterwegs, wo die griechische PASOK schon angekommen ist, bei rund 7 %. Das ist gut für Griechenland und ein ähnliches SPÖ-Wahlergebnis wäre auch gut für Österreich.
Die SPÖ wankt in Richtung Parteitag