Geht man nach den Befunden von Neurowissenschaft und Bildungsforschung, so ist die diesem Text vorangestellte Kaskade an abwertenden Begriffen die absolut treffende Charakterisierung der sogenannten Generation Z. Aber ist es nicht die weiße, in die Jahre gekommene und sich im Verblühen befindliche gesamte westliche Kultur, die hier beschrieben wird?
In der „Welt am Sonntag“ ist zuletzt ein alarmierender Artikel über die Generation Z, also die 16- bis 29-Jährigen, erschienen. Dort attestiert man der Jugend – geradeheraus gesagt – total verblödet zu sein. Die Jungen sind unfähig zur langanhaltenden Konzentration, können sich nichts mehr merken, haben im Alter von 18 Jahren die Schreib- und Lesefähigkeit eines Unterstufenkindes der 1990er Jahre und sind sozial und emotional verwahrlost. Und das, obwohl sie im Durchschnitt länger in die Schule gehen als je eine Generation zuvor. Alle Messungen, wie zum Beispiel die Pisa-Studie, zeigen, dass die heutige Jugend die erste Generation ist, die ihren geistigen Fähigkeiten nach hinter ihre Vorgängergenerationen zurückgefallen ist. Und wer trägt die Schuld daran? Das Smartphone.
Das Smartphone als Symbol der digitalen Kommunikation
Kein technisches Kommunikationsmittel hat jemals eine Kultur so verändert wie das Smartphone. Jeder trägt es ständig bei sich. Ob im Wartezimmer des Arztes, im Park, an der Bushaltestelle oder im Restaurant, alle starren auf den kleinen Bildschirm. Es scheint, als wäre das Smartphone zum Mittelpunkt der Welt geworden, beobachtet man seine Zeitgenossen im öffentlichen Raum oder sich selbst. Wie Süchtige fingern wir das Ding sofort aus der Tasche, wenn unsere Aufmerksamkeit nicht unmittelbar durch Arbeit, Lernen oder Freundeskommunikation gefordert wird. Wir kontrollieren ständig, ob neue Mails eingegangen sind, scannen die aktuellen News und lassen ein paar „Shorts“, so heißen die Kurzfilmchen auf TikTok, durchrauschen. Wir sind alle überreizt. Will man uns hinter dem Ofen hervorlocken, muss man schon ein ordentliches visuelles Spektakel bieten. Nur das Extreme bekommt noch unsere Aufmerksamkeit. In der Sprache der Wissenschaft nennt man eine solche Wahrnehmungskultur Hyper Attention.
Von der Deep Attention zur Hyper Attention